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Energetisch sanierter bezahlbarer Wohnungsbau

  • Autorenbild: FOLW
    FOLW
  • 25. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Bezahlbarer Wohnungsbau und energetische Sanierung in Deutschland: Stand Anfang 2026


Deutschland steht aktuell vor einer doppelten Herausforderung: Einer Wohnungsmarktkrise mit zu wenigen bezahlbaren Wohnungen und zugleich den ehrgeizigen Klimazielen im Gebäudesektor. Beides sinnvoll miteinander zu verbinden – also energetisch sanieren, ohne Wohnen unbezahlbar zu machen – gehört zu den zentralen Aufgaben der Politik, der Bauwirtschaft und der sozialen Akteur:innen. (buildingnet.de)


Warum das Thema gerade so wichtig ist

  • Wohnraumknappheit und steigende Mieten belasten viele Menschen in Groß- und Mittelstädten. Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum bleibt hoch, während der Bau neuer Wohnungen stockt. (buildingnet.de)

  • Gleichzeitig sind viele bestehende Gebäude energetisch ineffizient: Vor allem Altbauten aus den 1960er–1980er Jahren benötigen dringend Sanierungen, um Energie zu sparen und CO₂-Emissionen zu reduzieren. (bdb-bfh.de)

  • Der Gebäudesektor zählt zu den größten Emittenten in Deutschland – rund 30 % der CO₂-Emissionen stammen aus Heizung und Betrieb von Häusern. Deshalb ist energetische Sanierung ein Klimaschutzelement. (Bundesregierung)

Die Kernfrage lautet: Wie kann Deutschland mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen und gleichzeitig den Gebäudebestand klimafreundlich machen?


Politische Maßnahmen und Förderprogramme

1. Wohnungsbau-Turbo für schnelleren Bau

Die Bundesregierung hat im Oktober 2025 den sogenannten Wohnungsbau-Turbo verabschiedet, um Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und mehr bezahlbaren Wohnraum schneller zu ermöglichen. Damit sollen insbesondere Gemeinden und Bauherren Zeit und Kosten sparen. (Bundesregierung)

2. Sozialer Wohnungsbau wird gestärkt

Bund und Länder stellen Rekordmittel für den sozialen Wohnungsbau bereit – insbesondere auch für Neubau und Modernisierung von Wohnungen für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen. (BMWSB)

3. Förderinstrumente für energetische Sanierung

  • Die staatliche Förderbank KfW hat 2024/25 ihre Programme ausgeweitet, um energetische Modernisierungen und den klimaschonenden Wohnungsbau stärker zu unterstützen. Dazu gehören niedrige Zinsen, Zuschüsse und steuerliche Förderung für energetische Sanierungsmaßnahmen. (KfW)

  • Zusätzlich gibt es steuerliche Vorteile: Eigentümer können bis Ende 2029 Teile der Sanierungskosten von der Steuer absetzen, z. B. für neue Fenster, Dämmung oder Heizungsmodernisierung. (Bundesregierung)


Praxisbeispiele: Wie bezahlbar und energetisch saniert werden kann

Bremen: Großprojekt mit Energieeffizienz und Mietpreisbindung

In Bremen sorgt ein gemeinsames Projekt von der Wohnungsbaugesellschaft GEWOBA mit Unterstützung der Europäischen Investitionsbank (EIB) für Schlagzeilen:

  • ~500 neue Wohnungen mit Energieeffizienzstandards werden gebaut.

  • >2.000 bestehende Wohnungen werden energetisch saniert.

  • Die Mieten bleiben bezahlbar – z. B. max. etwa 6,80 €/m² für geförderte Wohnungen.Dieses Modell zeigt, dass soziale Mietpreisbindung und Energieeffizienz zusammen gehen können. (Europäische Investitionsbank)


Private Sanierungen mit öffentlichen Finanzierungen

Auch große Wohnungsunternehmen wie Vonovia erhalten staatlich unterstützte Kredite zur energetischen Sanierung eines breiten Wohnungsbestands – mit dem Ziel, langfristig Heizkosten zu sparen und den CO₂-Ausstoß zu senken, ohne die Mieten übermäßig zu belasten. (Europäische Investitionsbank)


Herausforderungen und Kontroversen

Kosten und soziale Verträglichkeit

Energetische Sanierungen sind oft teuer – und ohne Förderung könnten sie Mieter:innen finanziell belasten. Sozialverbände und Mieterbündnisse fordern daher, dass Sanierungen sozial verträglich gestaltet werden müssen, damit steigende Modernisierungskosten nicht automatisch zu steigenden Mieten führen. (Deutscher Mieterbund)

Einige Experten schlagen vor, dass für einkommensschwache Haushalte bis zu 100 % der Sanierungskosten öffentlich gefördert werden sollten, um Klimaschutz und bezahlbares Wohnen fair auszubalancieren. (Clean Energy Wire)

Baukrise und Marktengpässe

Hohe Baukosten, fehlende Fachkräfte und Lieferengpässe bremsen nicht nur Neubau-Projekte, sondern auch energetische Sanierungen aus – was wiederum Druck auf die Bezahlbarkeit ausübt. (buildingnet.de)


Ein komplexes, aber lösbares Puzzle

Der Weg zu bezahlbarem, energetisch saniertem Wohnraum in Deutschland ist kein einfacher: Er erfordert:

✔ klare politische Strategien ✔ umfangreiche Förderprogramme ✔ sozial verträgliche Sanierungsmodelle ✔ Beteiligung von Wohnungsbaugesellschaften, Kommunen und Investoren

Vor allem aber müssen Klimaschutz und soziale Wohnungsmarktpolitik als zwei Seiten derselben Medaille behandelt werden – nur so lässt sich ein nachhaltiger, bezahlbarer Wohnungsmarkt realisieren.


 
 
 

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